Notenbanken: Währungen kaufen oder nicht kaufen – das ist hier die Frage.

Vermindert nun die US-Notenbank die Aufkäufe der Anleihen – vielleicht wissen wir nach der US Notenbanksitzung kommende Woche mehr. Mittlerweile hat die US-Notenbank unglaubliche 31% der 10-jährigen US-Staatsanleihen im Bestand. Eine Sache die mit unabhängiger Notenbankpolitik nichts mehr zu tun hat, sondern der Staatsfinanzierung eines Dritte Welt Landes gleichzusetzen ist. Aber die US-Notenbank ist nicht alleine, die eigene Währung „zum Wohle von Wachstum und Beschäftigung“ zu unterminieren.
Trotz der Beteuerungen beim G20 Meeting im April diesen Jahres von wettbewerbsverzerrenden Währungsabwertungen Abstand zu nehmen, scheint es, dass alle G10-Regierungen lieber eine schwächere Währung hätten:
- Die Schweizer Nationalbank versucht immer noch den Schweizer Franken am Anstieg zu hindern
- Die Europäische Zentralbank hätte den EURUSD-Wechselkurs lieber unter 1,3000
- Die US-Notenbank hätte den Kurs lieber über 1,3000
- Die japanische Notenbank senkt fast schon fanatisch den Wert des Japanischen Yen soweit es geht
- Die Bank of England scheint sich nach den Aussagen des neuen Notenbankchefs kanadischer Herkunft für eine weitere Abwertung des Britischen Pfund zu positionieren
- Die Australische Notenbank hat es geschafft den Australdollar im Wert runterzureden und auch die neuseeländische Notenbank scheint nun mit dieser Taktik Erfolg zu haben.
Leider ist es nicht möglich gleichzeitig einen schwachen USD, EUR, JPY, GBP, CHF, AUD und NZD relativ zueinander zu haben.
Aber die Notenbanken werden damit weitermachen, solange die Inflation unter Kontrolle zu sein scheint. Diese kann durch statistische Maßnahmen leicht niedrig gehalten werden. Und die ausarbeitenden Wissenschaftler werden vom Staat bezahlt – ein Teufelskreis zu Lasten der jeweiligen Personen, die in dieser Volkswirtschaft leben – ein Vorteil für die Politiker und Notenbanken.
Die momentane Gemengelage an den Finanzmärkten ist ein unangenehmer Cocktail. Rechnen Sie im Herbst und Winter mit Verwerfungen an den Kapitalmärkten – und Schwankungen an den Währungsmärkten, so wie zuletzt in einigen Emerging Markets Währungen. Halten Sie Ihre Risiken gering – dann werden Sie belohnt.
Mit den besten Wünschen für Ihren persönlichen und finanziellen Erfolg
Ihr
Jürgen Wechsler

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