Zinssenkung der EZB und gute Daten

Die letzte Woche brachte mit der schnellen Leitzinssenkung der EZB eine faustdicke Überraschung. Draghi wollte ursprünglich für mehr Transparenz sorgen und Massnahmen vorher zeitlich ankündigen. Da sieht man mal wieder wie stark er zu seinem Wort steht und wie vertrauensvoll er ist. Die Entscheidungsfindung im EZB-Rat hat nun eines gezeigt: die stabilen Kernstaaten sind isoliert. Da die Länder unabhängig von deren Wirtschaftskraft mit einer Stimme im Rat vertreten sind, braucht Draghi nur einen Konsens unter den Schwachländern, um eine Zinssenkung im Rat durchzuboxen. Angesichts der Wirtschaftsschwäche in vielen EURO-Ländern, wer sollte dazu von denen schon nein sagen. Die stabilen Kernländer können sich dagegen nicht mehr wehren und sind ausgegrenzt. Ein Fehler im System. Nicht von ungefähr wird Draghi nachgesagt er plane eine Liraisierung des Euro, um die Wettbewerbsfähigkeit vieler Peripherieländer wieder herzustellen. Und dies ist nun leichter denn je für ihn darstellbar. Wenn der US-Dollar nicht selbst schon mit größeren Problemen kämpfen würde, so müsste der Euro zukünftig den Weg der ehemaligen Südstaatenwährungen gehen - nach unten. Die USA berichteten vergangene Woche gute Arbeitsmarktdaten und der US-Dollar konnte sich nochmals leicht stärken. Mittlerweile hat der Euro wieder einen Boden gefunden und steigt erneut an - der gewollte Effekt der EZB der EUR-Abwertung scheint schon wieder verpufft zu sein.
Mit den besten Wünschen für Ihren persönlichen und finanziellen Erfolg
Ihr
Jürgen Wechsler

Einen Kommentar schreiben